(Stahl-) Gelenkketten werden vor allem als Antriebsketten zur Übertragung von Drehmotoren verwendet,vereinzelt finden sie auch Verwendung als Förderketten. Eine Erweiterung des Kettentriebs ist, z.B. die an Fahrrädern verbreitete Kettenschaltung. Gelenkketten werden nach der Art der Verbindung zwischen den Kettengliedern unterschieden. Bauarten von technischen Ketten- Rollenkette
Die Rollenkette (DIN 8187, DIN ISO (BS) 8188) hat in der Technik die größte Bedeutung und Verbreitung erlangt. Die inneren Laschen sitzen auf einer hier als Hülse bezeichneten Buchse, die sich auf dem Bolzen befindet. Die äußeren Laschen sitzen direkt auf dem Bolzen. Zwischen den inneren Laschen befindet sich eine Rolle auf der Hülse. Sie dient der Verschleiß- und Geräuschminderung. Anwendung findet die Rollenkette vor allem in Kettentrieben, z.B. am Fahrrad und Motorrad, sowie in vielen Antrieben an Maschinen.
- Bolzenkette/ Gallkette
Die Bolzenkette(DIN 8150/DIN 8151) ist die einfachste Ausführung einer Gelenkkette, bei der sich die Laschen auf Bolzen drehen, die vernietet oder versplintet sind. Eine Unterart dieser Kettengattung ist die Gallkette, die nach ihrem Erfinder André Galle (1761-1841) benannt wurde. Eine weitere Unterart bildet die Flyerkette. Diese wird vor allem als Lastkette bei Kranen und Hebezeuge verwendet. Sie besteht nur aus Laschen und Bolzen und kann daher keine Drehmomente übertragen.
- Flyerkette
Die oft als Hubkette bezeichnete Flyerkette(DIN 8152) ist die einfachste Ausführung einer Stahlkette und besteht nur aus Laschen und Bolzen. Die Kette entspricht der ANSI-Norm und eignet sich als Gegengewichts-, Transport- oder Lastkette und findet Verwendung in Kranen und Hebezeuge. Die Laschen sind durch Bolzen miteinander verbunden und halten die Zugbelastung, die auf die Kette einwirkt. Die Bolzen übertragen die Scherkräfte aus der Zugbelastung durch die Kettenlaschen. Außerdem widerstehen Sie widrigen Umfeldbedingungen.
- Rotarykette
Die Rotarykette (DIN 8182) ist ähnlich, wie die Rollenkette. Statt unterschiedlicher Innen- und Außenlaschen werden nur Laschen einer Sorte verwendet. Diese sind gekröpft. Die an einem Gelenk innenliegende Lasche dient am nächsten Gelenk als Außenlasche. Die gekröpften Laschen geben der Kette eine große Elastizität, wodurch Belastungsgrößen gut aufgefangen werden. Rotaryketten sind spezielle Ketten für Trommelantriebe. Es können jedoch auch „normale“ DIN-Ketten für Trommelantriebe genutzt werden.
- Sägekette
Im Aufbau ist eine Sägekette ähnlich der Rollenkette eines Kettengetriebes. Ihre Glieder können über ein innerhalb des Kettenkreises befindliches Zahnrad bewegt werden. Zusätzlich besitzt eine Sägekette aber nach außen gerichtete messerartige Zacken, die sog. Meißel, mit welchen die Sägekette beim Umlauf über ein sog. Schwert Holz abhobeln und somit den Sägeschnitt ausführen kann. Sie werden u. a. in der Steinbearbeitung bzw. in Steinbrüchen (um große Blöcke aus dem Fels zu sägen oder Blöcke in kleinere zu zerteilen), bei Motorsägen (zur manuellen Holzernte und Baumpflege) und bei Holzvollernten (zur maschinellen Holzernte) eingesetzt.
- Zahnkette
Die Zahnkette ist ein formschlüssiger Umschlingungstrieb. Sie greift mit ihren Zahnlaschen in die Verzahnung der Kettenräder ein. Diese übernehmen die Zugkraft. Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal ist das 2teilige Wiegegelenk. Beim Abwinkeln der Kettenglieder wiegen und rollen die beiden Gelenkzapfen aufeinander ab. Die Zahnkette ist bekannt für ihren geräuscharmen Lauf und wird international auch als Silent Chain bezeichnet. Die Zehnkette setzt sich zusammen aus: Zahnlaschen, Führungslaschen, Wiegegelenk bestehend aus 2 Profilzapfen und die Nietscheiben.
- Scharnierbandketten
Scharnierbandketten sind Förderketten die aus Platten, die mit Scharnieren verbunden sind, bestehen. Sie werden zum Transport von nicht zu schweren Stückgütern verwendet. Oft werden sie eingesetzt in der Verpackungstechnik, im Nassbereich oder Trockenbereich, um z.B. Flaschen oder Boxen zu transportieren.
- Plattenbandketten
Plattenbandketten bestehen aus einer Basis – Rollekette mit aufgebrachten Stahlplatten oder aufgesteckten Kunststoffplatten.
- Gleiskette/Raupenkette
Bei Ketten- oder Raupenfahrzeugen laufen die Räder auf einer Gleiskette, einer umlaufenden Reihe kettenartig verbundener Platten. Durch die viel größere Bodenkontaktfläche, gegenüber Rädern, erreicht das Fahrzeug eine bessere Bodenhaftung bei gleichzeitig geringerem Auflagendruck und lässt sich, in ansonsten unwegsamem Gelände, besser manövrieren. Einige Kettenfahrzeuge verwenden als „Kette“ auch ein umlaufendes Band, meist aus Gummi, das mit einem Profil versehen ist. Diese Ketten beschädigen im Gegensatz zu Stahlgliederketten den Untergrund nicht und sind wirtschaftlicher zu fertigen.
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Aktualisiert ( Montag, 14. April 2008 um 19:31 )
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